
Kathak
Katha kahe so Kathak: „Der, der eine Geschichte erzählt, ist ein Kathak.“
Der Legende nach hat Brahma, der Schöpfer, selbst den Natya Veda (Wissen des Tanzes) erschaffen und lehrte es dem Weisen Bharata. Bharata überbrachte Shiva seine dreifaltige Kunst: Handlung, Musik und Tanz und schrieb das Natyashastra, eine erschöpfende Abhandlung über diese Kunst. Bharata und andere Weise verbreiteten das Wissen dieser Kunst unter den Menschen der Erde.

Kathak, der klassische nordindische Tanzstil, geht, wie alle Tanzstile Indiens, auf jene Schritte und Körperbewegungen zurück, die im Natyashastra ausführlich beschrieben werden.
Der Kathak beeindruckt vor allem mit seiner rhythmischen Fußarbeit, virtuosen Drehungen (Nritya – Reiner Tanz) und der dramatischen Repräsentation von Themen aus der persischen Poesie und der hinduistischen Mythologie (Abhinaya – Ausdruck). Ursprünglich in den Tempeln Nordindiens beheimatet, fand der Kathak rasch seinen Weg an die indischen Königshöfe. Unter der Herrschaft der Moghuln (1526-1761) entstand der heute getanzte Kathak. Er vereint Elemente aus der hinduistischen und persischen Kunst und Kultur.
Geradlinige Schritte, rasche Pirouetten, wechselndes Tempo und rhythmische Muster machen die Schönheit und Virtuosität des Tanzes aus. Die Beinarbeit ist das wichtigste Element, sie erfordert viel Übung und wird auf der Bühne vom Klang von mehr als 100 Glöckchen am Fußknöchel untermalt. Ein besonderes Merkmal des Kathaks ist die rhythmische Rezitation auf der Bühne. Die Tänzerin rezitiert zwischen den einzelnen Tanzstücken sogenannte „Bols“ - rhythmische Silben, die Rezitationssprache des Kathaks. Die Vollkommenheit eines Tänzers zeigt sich in seiner Interpretation der Bols und seiner Improvisation im Dialog mit den Musikern. |